Berichte

Johanna Böll (Oct. 2015)

Die Dorfbewohner*innen von Karmidanda haben zum größten Teil noch kein festes Dach über dem Kopf; sie schlafen nach wie vor in Zelten und anderen Notunterkünften. Die Regenzeit hält weiter an. Noch einen Monat etwa kommen erhöhte Niederschlagsmengen über das Land. Karmidanda bleibt dann nur eine kurze Verschnaufpause, ehe im November der Winter einsetzt und die Temperatur nachts bis auf Minusgrade fällt. Genau diese Zwischenzeit wollen wir nutzen: Wir freuen uns, euch Johanna vorstellen zu können, die im Oktober für Walk Along direkt in unser befreundetes Dorf gehen wird.

JohannaMein Name ist Johanna Böll, ich habe Oecotrophologie studiert. Nun zieht es mich mit großer Welt-Neugierde für mehrere Monate nach Südostasien. Beim Reisen ist es mir wichtig, möglichst nah an der Kultur, an Land und Leuten zu sein. Daher ist es mir nun eine große Ehre, mit Walk Along nach Karmidanda (Nepal) zu kommen, um dort nicht nur mit in der Dorfgemeinschaft leben zu dürfen, sondern mich dort auch einbringen zu können. Besonders nach dem schweren Erdbeben ist es mir ein Anliegen, die Menschen in Karmidanda mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln beim Wiederaufbau zu unterstützen. Im Fokus soll hierbei die Schule liegen, damit die Kinder weiterhin und auch zukünftig unterrichtet und ausgebildet werden können – eine Notwendigkeit für die Entwicklung eines jeden Menschen.
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 Christian Sommereisen (Oct. 2011)

Das Dorf Karmidanda befindet in sich im Laharepauwa Village Development Committee (VDC) etwa 100 km nördlich der Hauptstadt Katmandu im Rasuwa District. Das besagte Dorf ist durch eine sechs – bis sieben stündige Busfahrt gefolgt von einem dreiviertelstündigen Fußmarsch zu erreichen. Allein durch die Anfahrt erhält man bereits einen umfassenden Einblick in die Kultur, Landschaft und den Entwicklungsgrad des Landes. Besonders ein zwischenzeitlicher Aufenthalt auf dem Dach der meist stark überfüllten Busse garantiert sofort freundliche Gespräche mit Einheimischen, während man sich jedoch unbedingt kräftig festhalten und aufmerksam den Ästen ausweichen muss (nur wagemutigen zu empfehlen!). Die Fahrt endet in Kalikasthan. Dort kann man bereits das mächtige Hügelpanorama bestaunen, das einem auch von Karmidanda aus präsentiert wird. Der Weg ins Dorf, sowie quasi jeder Pfad in Nepal führt steil bergab bzw. bergauf, ist von zahlreichen Felsen gesäumt, führt dicht an Reis Feldern vorbei, durch üppige Vegetation, durch Wasserfälle, Müll und Pfützen, ist manchmal matschig, rutschig und anfangs recht anstrengend. Nepalesen meistern jeden Weg mit Flip Flops oder Barfuß, mir haben jedoch meine Wanderschuhe dabei einen guten Dienst erwiesen.
Im Dorf lebte ich bei der großartigen Familie von Jhabaraj Neupane, einem 43 jährigen Englisch – und Gesellschaftswissentschaftslehrer. Jhabaraj ist ein unglaublich gastfreundlicher, unterhaltsamer und herzensguter Mensch. Er ist ständig um das Wohl seiner Mitmenschen und besonders um das seiner internationalen Gäste bemüht. In den knapp sieben Wochen, die ich in Nepal war, sind wir gute Freunde geworden. Die weiteren Familienmitglieder sind die 81 jährige Mutter Shiva-Kumari, die Frau von Jhabaraj namens Januka und der 13 jährige Sohn Awijit. Außerdem verbrachte zu meiner Zeit Jhabaraj’s Neffe Sambu fast jede Nacht im Haus der Neupanes. Die Mutter war wie alle Familienmitglieder sehr nett, allerdings gestaltete sich mit ihr die Verständigung am schwierigsten.
Hinweis: An dieser Stelle möchte ich zum ersten Mal betonen, dass es unglaublich wichtig ist einige Sprachkenntnisse zu besitzen! Vor Abreise sollte man auf jeden Fall einen Wortschatz von mindestens 50 Vokabeln und einige Phrasen können! Während meiner gesamten Zeit in Nepal habe ich es bereut nicht mehr Nepalesisch gelernt zu haben.
Januka ist überaus nett und ebenfalls trotz großen Sprachbarrieren nicht unkommunikativ. Awijit ist ein super Typ! Er ist sehr witzig und schlau. Außerdem spricht er besser Englisch als jeder 13 jährige Deutsche Junge. Auch mit ihm gab es viele witzige Momente und nach einiger Zeit war er fast schon wie ein kleiner Bruder für mich.
Das Haus ist wie jedes Haus in Karmidanda ein kleiner Bauernhof mit einem Ziegen – und Kuhstall, sowie häufig elektrischem Licht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Häusern ist das Haus von Jhabaraj und seiner Familie jedoch etwas größer, ist mit einem Toilettenhäuschen mit Betonfundament, einem Computer mit Internet, Telefon, Fernseher und einer betonierten Veranda auf der sich das gemeinsame Familienleben abspielt, ausgestattet. Außerdem steht direkt vor dem Haus ein großer Mangobaum, der im Sommer köstliche Mangos trägt.

Die Shree Navavijayee Mahendra Secondary School befindet sich etwa 20 min. bergab von Jhabaraj’s Haus (bzw. bergauf beim Rückweg sind es ca. 30 min.). Auf der Schule sind knapp unter 400 Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse, die von 13 bis 14 Lehrern unterrichtet werden. Die Schulwoche geht von Sonntag bis Freitag und der Unterricht beginnt um 10:20 Uhr nachdem die Schüler von 10 Uhr ein viertelstündiges Frühsport- Programm absolvieren und die Nationalhymne singen. Die Schule ist Dank eines philantropischen Italieners namens Roberto, von dessen großartiger Hilfe für das Dorf Jhabaraj in regelmäßigen Abständen schwärmt, in einem sehr guten Zustand. Die Klassenräume sind groß und ausreichend vorhanden. Die zwei Hauptgebäude sind neu und zweistöckig bzw. eines ist nur zu Hälfte zweistöckig. Die Toiletten sind beim ersten Mal als ich sie inspiziert habe jedoch in einem furchtbaren Zustand gewesen: Auf dem Boden lagen Fäkalien um die herum sich massig Insekten tummelten. Am selben Tag wurden die Toiletten jedoch von einer Schulklasse unter Aufsicht eines Lehrers geputzt, ohne dass die Putzaktion als gezwungene Reaktion auf mein Entsetzen verstanden werden konnte. Elektrizität gibt es nur im Lehrerzimmer. In den Klassenräumen kann es somit bei starkem Regen oder durch von neugierigen Kindern blockierte Fenster schon einmal recht dunkel werden. In den Klassen sitzen die Kinder dicht gedrängt an kleinen Bänken, obwohl meist genug Bänke vorhanden sind, dass jedes Kind mehr Platz haben könnte. Für die meisten Schüler endet die Schule um 16 Uhr ohne, dass etwa 90 % von ihnen in der Zwischenzeit etwas essen. Die anderen 10 % kaufen sich in einem kleinen Shop bei der Schule Kekse oder Fertignudeln. Die Kinder tragen alle Schuluniformen, die aus einem blauen Hemd und einem Rock für Mädchen bzw. einer Stoffhose für Jungen bestehen. Die Schüler besitzen Bücher und Stifte, haben sie jedoch wie ihre deutschen Altersgenossen nicht immer dabei.

Mein Unterricht für die 6. und 7. Klasse begann nach den Ferien im August. Ich hatte das Gefühl, dass die Kinder mich im Vergleich zu den übrigen Leuten relativ gut verstanden haben, die Verständigung war jedoch aufgrund meiner bescheidenen Sprachkenntnisse und der Schüchternheit der Kinder bis zum Schluss nicht so einfach. Das gravierendste, fundamentale Lehrhindernis, welches ich gleich zu Beginn bemerkt habe, war das die Kinder unglaublich schüchtern waren! Am Anfang habe ich Süßigkeiten verteilt und einige wollten sie sogar nicht annehmen. Den größten Lehrbedarf sah ich in Punkto Sprechen. In der ersten Stunde sollten sich die Kinder vorstellen, indem sie sagen wie sie heißen, in welche Klasse sie gehen, wie viele Familienmitglieder sie haben und was sie am liebsten essen. Man konnte kaum einen klaren Satz verstehen. Die Kinder sprachen undeutlich und viel zu leise und konnten die Antwortsätze nicht bilden, obwohl sie im Grunde nur ihrem Vorredner nachsprechen mussten. Die Kinder können nicht richtig sprechen, weil sie zu schüchtern sind und sie sind (auch) schüchtern, weil sie nicht richtig sprechen können. Ein Teufelskreis. Mein erster Ansatz war es dann Spiele zu spielen und sie von ihrer Sprechangst zu lösen. Ich habe ein Vokabelfußballspiel gespielt, bei dem ich ein Fußballfeld auf die Tafel malte und den Ball immer eine Linie in Richtung generisches Tor verschoben habe, je nachdem welche Mannschaft gerade die richtige Vokabel genannt hat. Anfangs habe ich Bilder aus einem Bilderbuch, das mir eine Vorgängerin übrig gelassen hatte für das Quiz genommen, später habe ich selbst nepalesische Wörter genannt. Im Spiel blühten viele Kinder auf und überwanden ihre Schüchternheit. Dabei zeigte sich auch, dass die meisten über ein sehr beachtliches Vokabular verfügen. Genau wie beim Spielen zeigen die Kinder auch beim gemeinsamen Nachsprechen ihre Kompetenzen und machen engagiert mit. Nur wenn es wieder ans individuelle Sprechen geht, geht es nur sehr mühselig voran. Da ich nicht sofort erkannt hatte, dass ich die Priorität auf die Verbesserung des gesprochenen Englisch legen sollte, habe ich auch mit Grammatik angefangen und die Satzstruktur für Aussagesätze versucht den Kindern beizubringen (Subject + Verb+ Object). Ob die Kinder den Nutzen der Struktur erkannt haben kann ich nicht sagen, jedenfalls konnten sie die Reihenfolge richtig wiederholen und mir bei Sätzen wie: „The monkey eats a banana“ die Satzglieder korrekt nennen. Den Grammatikansatz habe ich aber schnell wieder verworfen, da ich wenig fruchtbares Feedback von den Kindern bekam. Lieder singen stoß schon auf stärkere Resonanz. Mit den Kindern und Erin, einer amerikanischen Medizinstudentin die für eine Woche in Karmidanda zu Besuch war, haben wir ein nepalesisches Volkslied namens „Resham Phiriri“ auf Englisch übersetzt und gesungen. Dieses Projekt hat fast eine Woche in Anspruch genommen und war sehr erfolgreich. Jedes nepalesische Wort haben wir gemeinsam mit den Kindern übersetzt, die zur Klärung der Wortbedeutung oft Zeichnungen angefertigt haben. Die Kinder schrieben alles mit und so hatte jeder nach einigen Unterrichtseinheiten die kompletten englischen Resham-Phiriri-Lyrics in seinem Arbeitsheft, die wir dann gesungen haben, auch wenn nicht jeder aber fast jeder engagiert mitgesungen hat. Um die mündlichen Fähigkeiten der Kinder weiter zu verbessern, habe ich mit ihnen Geschichten aus ihren Englischbüchern gelesen. Die Bücher geben einiges her, von „Daedalus und Icarus“, dem „Rattenfänger von Hameln“ bis zu Beatles-Songtexten. Beim Lesen habe ich die Sätze zuerst vorgelesen und die Kinder haben mir nachgesprochen. Nachdem wir die simpel geschriebene Geschichte zwei Mal gemeinsam gelesen haben, sollten die Kinder einzeln der Reihe nach laut vorlesen. Es hat funktioniert, allerdings war es ganz schön schwierig. Nach dem Lesen habe ich einfache Fragen gestellt um zu prüfen ob die Kinder den Inhalt verstanden haben. Wie immer musste ich oft nachfragen und etwas warten bis ich eine Antwort erhalten habe. Das Lesen war jedoch ebenfalls ein Erfolg, allerdings auch sehr anstrengend, da man einigen Kindern erst einmal eine halbe Minute Mut zusprechen muss bevor es zu lesen beginnt und permanent tuschelnde und schwatzende Kinder ermahnen muss, vor allem in der 6. Klasse.
Die Hauptmethode mit der ich die Kinder zum sprechen motivieren wollte war Partnerarbeit. Nach spätestens einer Woche hatte ich alle bereits in Deutschland vorbereiteten Lehrmethoden verworfen und dachte mir: „Im Chor können die Kinder sprechen, alleine vor der Klasse nicht. Also sollten sie einfach miteinander englisch sprechen.“ Ich überlegte mir Konversationsmuster bestehend aus drei Fragen und jeweils möglichen Antworten in bestimmten Themenfeldern, so dass die Kinder mit ihren Sitznachbarn einen kurzen Dialog führen konnten. So sollten sie sich gegenseitig über ihr Dorf, was sie an Nepal mögen, über ihre Familie und was sie heute nach der Schule machen, fragen. Das Partnerarbeitsprojekt begann unglaublich schleppend. Die Kinder verstanden nicht, was dieser große Europäer überhaupt von ihnen wollte. Nachdem mir sagte wie ich meine Anweisungen auf Nepali ausdrücken konnte, begannen die Kinder zu verstehen. Daran sieht man wieder wie wichtig es ist etwas Nepali zu sprechen. Ich hielt an der Partnerarbeit fest und es hatte sich schließlich rentiert. Die Kinder kannten diese Unterrichtsart noch nicht und viele wollten auch nach langer Zeit immer noch nicht richtig mitmachen, aber einige schienen auch bemerkt zu haben, dass man Englisch miteinander sprechen kann und dass es Spaß machen kann. Die Partnerarbeit habe ich bis zum Ende fortgeführt. Immer mal wieder von Spielen oder Lieder singen unterbrochen.
Die Kinder waren wirklich großartig. Der Unterricht war zwar auch häufig anstrengend, doch es hat großen Spaß gemacht. Besonders der Unterricht in der 6. Klasse, die fast 50 Schüler hatte und die ich anfangs noch sehr dafür schätzte, dass sie weniger schüchtern als die 7. Klasse war, war zum Ende hin recht schwierig. Als Lehrer hat man leider nur ein einziges Medium zum Unterrichten: die Tafel. Ein weiße Tafel auf die man mit Edding schreibt. Ich hätte gerne einen Beatles-Song mit den Kindern studiert, es ließ sich jedoch nicht einrichten. Das Lehrerkollegium ist ebenfalls sehr nett, jedoch auch etwas schüchtern, da die meisten wenig Englisch sprechen. Am letzten Tag wurde ich feierlich von der gesamten Schule mit viel roter Farbe verabschiedet.

Zukünftigen Volunteers rate ich:

  1. dringend bereits vor Abflug etwas Nepali zu lernen und während des gesamten Aufenthalts die Sprachfertigkeit zu verbessern!
  2. Für die Kinder sinnhafte Spiele überlegen, die am besten das Sprechen üben sollten.
  3. Eventuell andere Lehrmittel vorbereiten: Lautsprecherboxen mitnehmen, Karteikarten vorbereiten, etc.
  4. Lieder überlegen, die die Kinder singen können
  5. Sich die Namen der anderen Lehrer und der Schüler zu merken (Anfangs habe ich Namensschilder anfertigen lassen, jedoch versäumt rechtzeitig mitzuteilen, dass sie diese jeden Tag mitbringen sollen)
  6. Geduldig sein und Spaß am Unterrichten haben!

Das Dorf und das Leben in Karmidanda sind etwas besonderes. Dafür dass Nepal eines der ärmsten Länder der Welt ist, macht Karmidanda einen sehr ansehnlichen Eindruck. Die Häuser sind alle aus Stein und sorgfältig gebaut, fast jedes Haus hat einen kleinen Stall mit eigenen Tieren, Strom und ca. 10 bis 20 % der Leute können sich ein wenig auf Englisch verständigen. Relativ viele junge Leute aus ganz Nepal und auch aus dem Dorf arbeiten in den arabischen Emiraten, Israel, Südkorea und weiteren Ländern in niedrig bezahlten Jobs, was für die jeweiligen Leute und ihre Familien finanziell zwar sehr hilfreich ist, für das Land auf lange Sicht jedoch wahrscheinlich eher schädlich. Das Dorf liegt auf 1300 bis 1400 Meter Höhe und ist landschaftlich umwerfend. Die Menschen im Dorf sind teilweise sehr offen und teilweise sehr schüchtern gegenüber Fremden. Etwa die Hälfte der Einwohner sind Buddhisten und die andere Hälfte sind Hindus. Als Fremder bekommt man vom Kastensystem nicht viel mit, Jhabaraj betont stets, dass das gemeinschaftliche Leben sich unabhängig von Kaste und Religion abspielt. Diesen Eindruck hatte ich auch gewonnen, jedoch auch gemerkt, dass das Kastensystem in Dingen wie Heirat noch in der Gesellschaft vertreten ist. Eines was ich durchgehend bemerkt habe ist, dass die wenigsten Leute mich begrüßt haben, wenn ich sie nicht zuerst begrüßt habe, was auch auf die Schüchternheit der Dorfgemeinschaft schließen lässt. Trotzdem waren die meisten Leute sehr freundlich und großzügig zu mir und haben mich eingeladen und Gespräche gesucht. Die unmittelbare Dorfregion hat zwei Schulen, Mahendra und Dunge, so wie ein Gesundheitszentrum, einen Schneider und einige Shops (in einem gibt es auch 0.65 l Tuborg für 2 €).
Der Alltag war relativ ruhig, aber nicht langweilig. Jhabaraj steht bei Sonnenaufgang auf und arbeitet auf dem Feld, ich habe stets länger geschlafen. Um neun Uhr gibt es Daal Bhaat, das Nationalgericht bestehend aus Reis und Linsen, dazu Gemüsecurry und manchmal Achharr, eine scharfe Soße. Im Nachhinein denke ich, dass ich noch nie gut gegessen habe wie in Nepal, weil das Essen einfach so frisch ist, es wächst alles vor der Haustür. Trotzdem habe ich über 5 kg abgenommen und war froh in Kathmandu ein Steak zu essen. Die Schule begann um 10 und endete nach zwei 45 minütigen Klassenstunden, sodass ich um 12 wieder zum Haus hoch gestiegen bin. Im Haus war um die Zeit entweder niemand oder Januka und jhabaraj’s Mutter, denen ich oft beim Mais pellen und verarbeiten geholfen habe. Ich habe viel gelesen oder mich mit den Leuten unterhalten, die oft zum Haus kommen, um sich mit Jhabaraj oder Januka zu unterhalten oder einfach mal einen Blick auf den ausländischen Gast werfen wollten. Awijit kam meist erst um 5 Uhr von der Schule aus Kalikasthan zurück und wir haben oft Karten oder Karam, eine Art Schnippsbillard, gespielt. Der 24 jährige Nachbar Shankar ist ein hervorragender Schachspieler. Ich habe sieben mal gegen ihn verloren und konnte nur zwei Mal gewinnen und ein Remis er streiten. Dadurch, dass Erin, die Amerikanerin, über eine Woch da war hatte ich auch noch etwas mehr Abwechslung. Ansonsten kann man bei langer Weile einfach ein bisschen spazieren gehen. Für eine 200 Meter Strecke benötigt man bis zu vier Stunden, da man ständig in Gespräche verwickelt oder eingeladen wird. Um sieben Uhr abends gibt es wieder Daal Bhaat, anschließend saß ich meistens mit Jhabaraj und manchmal Nachbarn auf der Veranda und habe Roksi, den wässrigen nepalesischen Schnaps getrunken und den Tag ausklingen lassen.
Ich kann jedem einen Aufenthalt in Karmidanda nur empfehlen! Jhabaraj und seine Familie sind exzellente Gastgeber, denen man am Ende unbedingt auch etwas Geld zur Aufwandsentschädigung da lassen sollte. Auch wenn sie durch ihre Höflichkeit nie Geld verlangen würden.
Der sehr unterschiedlichen Kultur sollte man aufgeschlossen und respektvoll begegnen und die Arbeit in der Schule oder im Gesundheitszentrum gewissenhaft durchführen. Bei Problemen steht einem Jhabaraj sofort zur Verfügung und auch ich stelle mich als Ansprechpartner bei jeglichen Fragen und Umständen bereit.

Bericht Kirsten

It was time for a new experience, an adventure, doing something useful, doing something by heart – and I did all these things when I went teaching in a school in a small mountain village in Nepal.

In the end of summer I arrived in Kathmandu. The manager of the hostel Mt. Annapurna Guest House picked me up from the airport and brought me into the heart of Thamel. In the hostel I got a nice room, everything was prepared for my arrival. Tomorrow morning we went together to the bus station, I got my ticket und and he showed me my space for the next 6 hours. A beautiful but exhausting bus ride began. I was enjoying the first amazing impressions of the landscape. I came in touch with the local people and I felt their kindly mind immediately. They took care of me even when we couldn’t understand each other. Namaste was the only word I knew at this time. Some of them have taken me to eat lunch in a small place when we stopped for a break. It was a short break for having lunch so they started eating very quickly. I watched them curiously eating dhal baat with their hands. And I also tried – but eating rice with the hands for the first time was not easy and the time was passing. But they gave me a spoon so I could finish my lunch. When we arrived in Kalikasthan everybody took care that I didn’t miss to get out of the bus. And also Jhabaraj Neupane, the English teacher where I should live the next months, came there to pick me up. Before we started our walking to the village we sat down in a small shop. We drank a black tea with milk and sugar, a very common drink in nepal. After about 45 minutes of walking we arrived in Karmidanda. A small village situated in the lower mountains from where you have a great view into the valley and the river “Trisuli”. It reminded me always of the movie “the lord of the rings” – the view was so beautiful that it couldn’t be real -It felt like that a painter created a perfect piece of landscape.

When we arrived in the house the rest of the family were welcome me in a loveable way. I got from Januka, his wife, the first hindu “tika” in my life. A tika is a blessing sign, mostly worn on the forehead. My one was made of red powder and I was very proud. After this exciting day I fell asleep very quickly. They have given me my own huge room with big bed. Just the cat, Kathrina, came sometimes to accompany me in my room.

Next day was my first day as a teacher. The way to school took around 15-20 minutes and was not difficult to find. Just down, down, down. But that means also after school just up, up, up. I didn’t miss my sport activities from home because I had a lot of  walking everyday. In the village there are no cars, no bikes – nothing except your feet. And this gave me really a nice and healthy feeling.

In school Jhabaraj went with me in the class room and introduced me to the class and then my career as a teacher began.

And it worked – even though that I spoke hardly nepali and they just a little English. ´But kids are open-minded and they are curious to learn new thing. So everyday they learned some English from me and I learned nepali from them. It is a great experience. During my teaching day I had always 3 classes. First grade 7, followed by grade 6 in the morning time and after lunch I taught in grade 5. We sang songs and played games what they enjoyed a lot. We studied simple grammar together like the word order of sentences and questions, the pronouns, the time or the irregular verbs. In grade 7 we started to read an easy novel – the adventures of Huckleberry Finn in a easy reader issue. It was a great time to see their smiley faces everyday. They appreciated that somebody from far away is giving them attention and time to learn new things in life.

I think for both sides is this a personal gain. And I can suggest to everyone to make this fascinating experience.