Grau zu bunt

Karmidanda erblüht in allen Farben; das Gemüse, die Pflanzen und die Blumen wachsen.  Die Häuser werden nach und nach instand gesetzt, teilweise wird neu gebaut. Die Erinnerungen an das schwere Erdbeben verblassen zusehends.

Die überschwängliche Flora Nepals.
Unermüdlich werden die Felder beackert.

 

Im Moment ist Roberto aus Italien für walk-along in Karmidanda vor Ort. Er schickt uns die ersten Bilder der fertiggestellten Klassenzimmer.

 

 

Zugegeben, etwas lieblos sehen sie aus, aber genau so will es der vom Staat vorgegebene Bauplan.

 

In den Räumlichkeiten kann der tägliche Unterricht jedenfalls schon stattfinden.

 

Unsere nächsten Volunteers werden es sich zur Aufgabe machen, gemeinsam mit den Kindern die Schule mit etwas Farbe freundlicher und bunter zu gestalten.

 

 

Ein weiteres Ziel wird sein, ein kleines Gemüsebeet anzupflanzen.

Die Schule vor dem großartigen Panorama Karmidandas.
Möge das Gebäude viele Schülerinnen und Schüler sehen.

School updating

Nimg_20161211_113857ach den ersten Spatenstichen Ende Novemberkönnen wir voller Freude mitteilen: Wir sind weiterhin im Zeitplan mit dem Bau der Klassenräume in Karmidanda, Nepal!

Das lokale Bauunternehmen hat zwischenzeitlich 7 Arbeiter auf „unsere“ Baustelle abbestellt und mit diesen innerhalb einer Woche den ersten Bauabschnitt abgeschlossen. Für alle acht Grundpfeiler des Gebäudes sind die notwendigen Aushubarbeiten auf bis zu 1,50 Meter Tiefe erfolgt – eine Arbeit die in Deutschland meist durch Maschinen unterstützt wird, hier nicht.img_20161204_170253

 

Eine ebenso eher untypischer Arbeitsschritt folgte mit der händischen Zerkleinerung von Gestein welches für den folgenden Bauabschnitt benötigt wird.

 

In diesem Bauabschnitt werden ab Montag, dem 12. Dezember 2016, die Grundpfeiler gesetzt. Hierfür werden die ausgehobenen Löcher zuerst mit etwas gewässerter Erde gefüllt und festgedrückt. Darauf folgt eine enge Schicht größerer Steinbrocken.

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Auf diese werden dann die vor Ort vorbereiteten Stahl-Pfeiler gesetzt. Jedes einzelne Element wurden ebenfalls in Handarbeit aus mehreren langen Stahlstangen gekürzt und gebogen.

 

 

img_20161211_114408Diese sogenannten „Elephant Feets“ (dt. Elefantenfüße) werden zuerst mit einer Schicht Zement auf und mit den Steinbrocken fixiert. Darauf folgt dann eine bis zur Höhe des künftigen Fundaments reichende Mischung aus den zerkleinerten Steinen, Zement, Sand und Wasser.

Für diesen ersten „richtigen“ Bauabschnitt ist eine gute Woche geplant.
Kommenden Samstag wird auch der Architekt wieder vor Ort erwartet um dann das Gießen des Fundaments mit abzunehmen.

Erster Spatenstich für die Unterrichtsgebäude.arbeiter Gegen 10:30 Uhr Ortszeiteit (UTC + 5:45) wurde der erste Spatenstich für das Fundament der zwei Klassenräume gesetzt. In der ersten Bausequenz wird die Grundfläche auf bis zu 1,5 Metern Tiefe (oder bis auf festes Gestein) ausgehoben. Für diese sieht der Projektplan eine Woche, also inklusive Sonntgag sechs Arbeitstage vor.

 

meetingNoch am Morgen vorher wurden in einer Gesprächsrunde mit u.A. der ausführenden Baufirma, dem vom Architekten für das Projekt abgesannten Supervisor und dem Schulleiter der Nava Vijayee Mahendra Secondary School letzte Abstimmungen getroffen und Missverständnisse ausgeräumt.

 

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In der nun anstehenden dreimonatigen Bauphase wird das Projekt von vielen Partnern begleitet und unterstützt.

 

 

„We will rise again“

Wir stehen wieder auf –

Dieser Slogan auf einem Bus, den wir gleich am ersten Tag unseres 3wöchigen Aufenthaltes in Nepal sahen, sollte unsere Gedanken während der gesamten Reise prägen und lenken.

Im Oktober machten wir uns auf den Weg, das Land ein wenig zu erkunden.

Hauptsächlich wollten wir jedoch im Bergdorf Karmidanda liebgewonnene Freunde besuchen und uns dort natürlich auch über den Stand des Projektes „Schulneubau“ informieren.

Beate Sitter aus Sülzhayn, die nach der einzigartigen Spendenaktion des Jugendsozialwerks Nordhausen bereits im vergangenen Jahr unvergessliche Eindrücke vor Ort sammeln konnte, wurde nun von ihrer Tochter, Franziska Sitter, aus Dresden, begleitet.

Nur langsam geht es aufwärts in Nepal, da die Regierung alles andere als unterstützend eingreift. Aber unter den Menschen ist eine allgemeine Wiederaufbaustimmung zu spüren. Überall sind ausländische Touristen zu sehen, die nach dem verheerenden Erdbeben im April 2015 monatelang ausgeblieben sind. Die bedrückende Stimmung im vergangenen Jahr ist einer allgemeinen Geschäftigkeit gewichen.

Lärm, Staub, Staus für Fahrzeuge und – man glaubt es kaum – auch Staus für Fußgänger gehören wieder zum Alltag der Hauptstadt Kathmandu.

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In unseren Reisezeitraum fiel das mehrtägige Dashain Festival, eines der größten hinduistischen Feste, das vor allem im Familienkreis begangen wird. Es war sehr bewegend in Gesprächen von den Hoffnungen aber auch den Sorgen und Nöten der Menschen verschiedener Generationen zu erfahren.

005-wiederaufbau-in-katmanduEndlich haben die ständigen Nachbeben aufgehört. An den Kampf gegen die vorherrschenden klimatischen Bedingungen hat man sich hier ein Leben lang gewöhnt. Für uns Europäer ist es unbegreiflich, mehrere Stunden oder auch Tage geduldig im Bus im Stau zu stehen, weil gerade mal wieder ein gewaltiger Erdrutsch die Weiterfahrt verhindert.

Das Erlebnis, in einem Bus auf den 002-busfahrt004-beate-sitter-mit-jhabraj-neupanenach dem Monsun notdürftig hergerichteten Straßen für 200 km 10 Stunden lang unterwegs zu sein, durften wir mit den Insassen von hunderten Bussen vor uns, hinter uns und im Gegenverkehr teilen. Während und nach der alljährlichen Regenzeit ist das völlig normal in Nepal. Zu unserer Schule nach Karmidanda fuhren wir nicht mit leeren Händen. Liebe Freunde und Familienmitglieder gaben uns 400€ mit auf die Reise um fehlendes Schulmaterial zu besorgen. Diese Aktion wurde sorgfältig von unserem Freund, dem Lehrer Jhabraj Neupane, vorbereitet. Er beriet im Vorfeld mit Kollegen über den Verwendungszweck des Geldes und erstellte eine Liste mit den am dringendsten benötigten Dingen.

007-spezialgescha-ft-schulmaterialIn einem Spezialgeschäft in Kathmandu kauften wir Anschauungs- und Experimentiermaterialien für den Chemie-, Physik- und Biologieunterricht. Das Ergebnis war nicht nur für uns, sondern auch für den Ladenbesitzer überraschend. Er legte vor Begeisterung über das große Geschäft noch einiges oben drauf.

                                                                                                                                                                                                                                                                    Mit voll beladenem Jeep ging es nun in die Berge, wo uns Lehrer und Schüler neugierig empfingen. Aufgeregt wurden die Kartons ausgepackt. Ein Teleskop wurde rasch zum Highlight… Irgendwie 014-schulmaterialdachten wir an Weihnachten…Die Freude war riesig groß. Ein herzliches Dankeschön an alle Spender!  Bislang war uns nicht klar, dass hier tatsächlich sämtliche Naturwissenschaften nur theoretisch vom Lehrbuch meist ohne Bilder vermittelt werden.                                                                                                               Selbst der Anblick eines in Alkohol eingelegten Krebses 015-schulmaterialversetzte Groß und Klein in Staunen. Und dennoch studieren Abgänger dieser Schule an Hochschulen und Universitäten in Kathmandu… Derzeit findet fast der gesamte Unterricht der 10 Klassen in behelfsmäßigen zweiräumigen Wellblechhütten statt. Wir nahmen an einigen Unterrichtsstunden teil, um uns unser eigenes Bild davon zu machen. Sprechen im Nachbarraum Kinder im Chor, kann man kein Wort mehr verstehen und der Lehrer macht ganz selbstverständlich eine Pause. Auf unsere Frage, wie man überhaupt so lehren kann, antwortet er mit einem Lächeln: „Ihr solltet 016-schulmaterialeinmal während der Regenzeit wiederkommen. Dann regnet es tage- und monatelang so stark und trommelt so laut auf die Blechdächer, dass der Unterricht teilweise ausfallen muss. Dieser Zustand wird sich wohl leider auch perspektivisch nicht vollständig ändern lassen.“

Bei seinen Worten dachten wir sofort an die erste schlaflose Nacht in unserer Wellblechunterkunft in Karmidanda, als es für uns gewaltig und furchteinflößend regnete. Für unseren Freund war das allerdings der letzte Nieselregen der vergangenen Regensaison.

Die eingangs beschriebene Situation im Lande spiegelt sich natürlich auch im Fortschritt des Projektes Schulneubau wider. Die Regierung hat keine helfende Hand. Im Gegenteil, sie versteht sich sehr gut auf Verzögerungen.

Der ursprünglich geplante Standort für das neue zweiräumige Gebäude wurde verworfen, denn extreme klimatische Bedingungen stellen im Bergdorf Karmidanda eine große Herausforderung an den Bau eines Hauses dar. Gewaltige bergabströmende Wassermassen sowie die Gefahr eines anschließenden Erdrutsches müssen Berücksichtigung finden.                   

Ebenso sind 024-standort-neues-schulgeba-uderegelmäßig vor der Regenzeit einsetzende extreme Stürme zu beachten.  So wurde zum Beispiel in der vergangenen Regenzeit der Weg zur Schule, den wir im letzten Jahr gelaufen sind, weggespült. Steinblöcke mussten neu aufgeschichtet und die Trasse teilweise komplett verlegt werden.

                                                                                                                              Der Verein Walk Along hat zusammen mit seinen italienischen Freunden und Beratern sowie dem einheimischen Architekten einem geschützten Standort den Vorzug gegeben. Ein in Folge des Erdbebens stark beschädigtes Schulgebäude wurde in diesem Jahr bereits abgerissen und macht nun Platz für das Neue.028-kinder

Die Regenzeit ist endlich vorbei und der Bau kann beginnen. Letzte Schwierigkeiten konnten während unseres Aufenthaltes in Gesprächen aus dem Weg geräumt werden. Baumaterial kann jetzt geordert werden. Ab Mitte November wird im Auftrag von Walk Along e.V. ein freiwilliger Helfer aus Deutschland in Karmidanda verweilen und den Bau durch ortsansässige Baufirmen betreuen.

Viele unvergessliche Momente, Eindrücke, Erlebnisse aber vor allem die herzliche Gastfreundschaft machten die Reise durch die wunderschöne Natur für uns zu etwas ganz Besonderem.

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                                                                                     009-karmidanda                                                                                                                                                                       Zum Abschied stand für uns fest

„We will be back“ – Wir kommen wieder!

Sülzhayn, Dresden im November 2016,

Beate Sitter, Dr. Franziska Sitter

Zwei Zimmer in bunt

 

 

 

 

 

Weit sind wir gekommen! Dank unserem Partner Roberto, der zur Zeit vor Ort in Nepal im Namen von Walk Along managt und plant, haben wir gemeinsam mit unserem nepalesischen Architekten eine detaillierte Kalkulation sowie die Baupläne und Modelle der zwei Klassenzimmer erarbeitet.
Mit der Unterstützung und der Befürwortung unserer Strategie durch das School Management Committee (SMC), durch die örtlichen Vorsteher und die lokale Gemeinde können wir nun mit der Realisierung des Schulwiederaufbaus starten.
Die Bauarbeiten sollen nach der Regenzeit im September 2016 beginnen. Die Dauer der Bauphase ist auf 100-120 Tage angesetzt – berücksichtigend die nationalen und regionalen Feiertage. Ein Ablaufplan sowie ein Kalender mit eingetragenen Festigkeiten werden zur Strukturierung beitragen.

Die Budget-Planung beinhaltet folgende Posten:
Material + 2 handwerklich ausgebildete Fachkräfte + 3 Arbeiter + 1 Techniker +
1 Supervisor

Die Zahlungen von Walk Along werden in fünf aufeinander folgenden Raten nach anschließend dargestelltem Muster erfolgen:

1. zu Beginn (Arbeiter + Material)
2. nach Errichtung des Fundaments (Arbeiter)
3. nach Hochziehen der Wände (Material)
4. nach Fertigstellen des Rohbaus (Material)                                                                             5. nach Abschluss der zwei Klassenräume (Arbeiter)

Die monetären Angelegenheiten sollen über unseren zuständigen Architekten in Nepal laufen. Zusätzlich bleibt nach wie vor unser Freund und Partner Gopal Neupane als Ansprechpartner vor Ort.

In unseren letzten Gesprächen mit diversen Fachkräften und dem SMC hat sich ein weiterer schwerwiegender Aspekt herauskristallisiert. Das Land- und Bodenmanagement des Schulgeländes wird durch fehlendes Fachwissen vor Ort nur ungenügend betrieben.
Dies hat zur Folge, dass die Sicherung der Böden und Standorte derzeit nicht gewährleistet werden kann. Erst im Juni 2016 wurden zwei provisorische Klassenzimmer von einem Erdrutsch zerstört. Diesen Gesichtspunkt wollen und müssen wir in unseren zukünftigen Aktivitäten näher fokussieren.

Taten der Regierung

Der Fortschritt des Wiederaufbaus hängt stark von den regional vorherrschenden politischen Parteien ab. Die Regierung möchte den Notstand jeder Familie erfassen, um dementsprechende Aus-zahlungen individuell bereitzustellen. In einer Gegend, in der eine Vielzahl der Nepalesen nicht einmal über einen eigenen Ausweis verfügt, grenzt dies am Unmöglichen. Von der Regierung bereits veröffentlichte Listen von spenden-berechtigten Familien stimmen nicht mit den Erwartungen der Bevölkerung über-ein, was zu Spannungen vor Ort führt.

Stimmung der Menschen 

Nach mehr als einem Jahr nach dem Erdbeben wächst die Ungewissheit und Verunsicherung der Nepalesen. Der Bau eines erdbebensicheren Hauses (3-4 Zimmer) kostet um die 10.000 – 15.000 US$. Diese Belastung sowie das Ausbleiben von Entwicklung und wirtschaftlichem Fortschritt veranlassen vor allem junge Männer den Wegzug aus den Dörfern in Erwägung zu ziehen. Hinzu kommt die Angst vor weiteren Erdbeben, die einen Umzug in flachere Land attraktiv erscheinen lässt.

 

Asterix in Nepal

Die meisten werden die Szene aus „Asterix erobert Rom“ kennen: Asterix und Obelix haben zur Aufgabe den Passierschein A38 aus einem Amt zu holen. Hört sich leicht an, stellt sich allerdings als verflixt schwierig heraus. Von Person zu Person, von Zimmer zu Zimmer werden sie geschickt, Stockwerk um Stockwerk, trepp-auf trepp-ab und dann alles wieder von vorne – zum Verrücktwerden! Wie ein dritter Kumpane von Asterix und Obelix fühlen wir uns im Department of Education (DoE) in Nepal.

Wieso?
Deswegen:

Oktober 2015:
Wir unternehmen erste Versuche alle Bewerbungs- und Antragsformulare im DoE abzugeben und den Bauvertrag – das Memorandum of Understanding (MoU) – vorzubereiten. Die erste Schwierigkeit liegt darin zuständige Personen mit hilfreichen Informationen ausfindig zu machen. Zwei Sachverständige gäbe es, aber beide bereits im Urlaub.
Nach zweiwöchiger Feiertags-Ruhe der nächste Anlauf. Anträge werden abgegeben und abgenickt, die Rohformulare des MoU zum Ausfüllen und Unterschreiben mitgegeben und eine Liste mit fehlenden Unterlagen erstellt. Überschaubar und in ein paar Wochen regelbar – so haben wir gedacht.
Einzig ersichtliches Problem: Warten auf die vom Staat entworfenen, erdbebensicheren Baupläne, die ein halbes Jahr nach dem Erdbeben noch nicht fertiggestellt wurden.

November/Dezember 2015
Unsere Freunde vom Jugendsozialwerk in Nordhausen besuchen Karmidanda. Diese Gelegenheit nutzend, suchen sie das DoE auf, um die von uns erfragten Baupläne abzuholen. Leider ohne Erfolg. Plötzlich benötigen wir laut dem DoE weitere Legitimationen und zusätzliche schriftliche Abkommen. Wir sind verwirrt.

Januar – März 2016
Unsere nepalesischen Kollegen unternehmen mehrere Versuche, das MoU genehmigt zu bekommen. Jedes Mal ohne Erfolg auf Grund angeblich fehlerhafter Formulierungen oder Abwesenheit zuständiger Mitarbeiter des Amts.

Februar 2016
Es werden erneut immer mehr Dokumente verlangt.

März 2016
Nicole ist für uns vor Ort in Nepal. Dem DoE ist wieder etwas Neues eingefallen: Eine nepalesische Organisation muss nun zur Verwaltung der Baugelder hinzugezogen werden.
Aber endlich positive Neuigkeiten: unsere Unterlagen wurden akzeptiert. Nun muss auf die Zustimmung des Ministry of Education gewartet werden.

April 2016
Wir warten immer noch auf die Zustimmung des Ministry of Education.

Von unserem Standpunkt aus, ist es komplett unverständlich, dass einem Entwicklungsprojekt so viele Steine in den Weg gelegt werden. Noch immer wartet die nepalesische Bevölkerung auf den Wiederaufbau und auf den Fortschritt versprochener Projekte. Daher werden wir auch weiterhin mit vollem Druck für unsere Vision arbeiten und hoffen möglichst bald den Durchbruch zu erreichen.

Aktueller Stand

Aktueller Stand in Nepal und unseres Wiederaufbauprojekts in Karmidanda. Außerdem haben wir uns mit der italienischen Hilfsorganisation AIUTIAMO IL NEPAL-I PEDALALENTA zusammen geschlossen, um unsere Spenden in einen Topf zu legen und gemeinsam den Wiederaufbau zu realisieren. Roberto, einer der freiwillig Mitwirkenden dieser Organisation hat Valentina selbst bei ihrem Aufenthalt in Karmidanda kennengelernt. Vor einer Woche kam ein treffen zwischen den beiden Organisationen zustande, bei dem die Details zum weiteren Vorgehen geklärt wurden.

 

 

Der Brief

Bevor Johanna nach einem Monat großartiger Arbeit in Karmidanda nun weitergezogen ist, hat sie uns einen Brief geschrieben;

Liebe Freunde und Freundinnen von Walk Along Nepal,

in diesem Anschreiben moechten wir ueber den neuesten Stand unseres Schul- Wiederaufbau- Projektes in Karmidanda, Nepal, berichten. Johanna ist vor Ort, um gemeinsam mit den Dorfbewohnern die Spendengelder sinnvoll und transparent einzusetzen.Übergabe Die Gebaeude der Secondary School sind teilweise komplett Zerstoert oder Einsturzgefaehrdet. Temporary Shelters aus Wellblech sind eine Zumutung fuer einen gesunden Unterricht: bei Sonne zu heiss, bei Regen zu laut und keineswegs Schalldicht. Insgesamt benoetigt die Schule 11 Klassenzimmer, 2 Lehrerzimmer, 1 Toilette und 1 Buecherei. Bisher kann es sich der Staat nicht leisten, alle Schulen monetaer zu unterstuetzen.

Fuer den Wiederaufbau benoetigt es eine staatliche Genehmigung und die Einhaltung eines vom Staat gestellten erdbebensicheren Bauplans.

Übergabe

Nach einem Treffen mit dem Direktor der Sec. School, dem District Education Officer und dem zustaendigen Ingenieur koennen wir sagen, dass wir mit unseren derzetiten Spenden von 19.000 Euro zwei Klassenzimmer erdbebensicher aufbauen koennen.

DÜbergabeie naechsten Schritte werden die genaue Ausarbeitung des Bauplans, die transparente Materialbeschaffung und die Durchfuehrung des Wiederaufbaus beinhalten. Derzeit muessen wir jedoch auf Bauplaene und weitere Informationen des Department of Ecucation warten, die im November fertiggestellt werden sollen. Wir hoffen, Ende November den langwierigen Buerokratie-Teil abschliessen zu koennen. Unser Ziel ist es, die Wiederherstellung der Gebaeude zu Beginn des neuen Schuljahres im April abzuschliessen.

Neben der Secondarz School moechten wir mit rund 600 Euro ebenfalls die Primary School des Dorfes unterstuetzen. Mit den Mitteln haben wir Baenke und Tische, Tafeln, Worterbuecher und Lerntafeln angeschafft.

 

Übergabe

Karmidanda allgemein: Der groesste Teil der Haueser des Dorfes wurde beim Erdbeben zerstoert. Familien leben in provisorisch errichteten Wellblechhuetten: Schlaflager, Essniesche und Wohnplatz in Einem. Auf die staatlich versprochene, monetaere Hilfe von 2000$ wird bisher vergeblich gewartet. Der Bau eines erdbebensicheren Hauses wird jedoch auf rund 8000$ geschaetzt. Viele Menschen, von ihrer eigenen Landwirtschaft lebend, koennen sich dies nicht leisten.

Dringend Volunteers in Karmidanda gesucht

Schon mal ’ne Schule gebaut?

Wir erbauen einen Teil der Schule in Karmidanda neu und dafür brauchen wir tatkräftige Unterstützung vor Ort.
Die bist engagiert, selbstbewusst, kreativ im Handeln, auch mal gut im Abwarten, liebst die Natur, die Stille, die Einfachkeit des Lebens… dann wäre das dein perfekter Job.
Einen gelisteten Aufgabenplan können wir dir nicht geben, du darfst dich um den Erbau der Schule kümmern, heißt: planen, organisieren und mit anpacken! Natürlich mit unserer Unterstützung und auch vor Ort.
Wir stellen dir eine kostenlose Unterkunft und Essen bei einer sehr lieben und gastfreundlichen Familie in Karmidanda, sorgen dafür, dass du in Kathmandu sicher unterkommst und abgeholt wirst. Bezahlen können wir dich nicht, aber bieten dir ein einzigartiges Abenteuer, eine tolle Kultur und eine wunderbare Aufgabe. Du wirst keine festen Arbeitszeiten haben, da vertrauen wir auf Dich, dass du deine anfallenden Aufgaben selbstständig löst. Gerne kannst du auch mal in einer Wartezeit oder in einer gebrauchten Auszeit in die Stadt fahren oder zum Trecken oder oder oder.
Das 18. Lebensjahr sollte auf jeden Fall erreicht sein, ein gutes Englisch und ein paar Worte Nepali sind nie verkehrt, gerne auch schon ein paar Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit, im Ausland oder ähnliches.

Bei Interesse oder Fragen melde dich einfach unter: vreni@walk-along.org

 

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Johannas erster Bericht aus Karmidanda

Johanna ist bereits seit 2 Wochen in Karmidanda und vertritt Walk Along vor Ort.

Gemeinsam mit den Dorfewohnern und Schulangestellten entwickeln wir Pläne, die zahlreichen Spenden, die uns seit dem Erdbeben April/Mai 2015 erreicht haben, sinnvoll und transparent einzusetzen.

Es ist bedrückend zu sehen, wie viel Schaden das Erdbeben vor Ort tatsächlich angerichtet hat. In ein paar Fotos wollen wir die Situation etwas anschaulicher beschreiben. Ein Ingenieur des Staates kam nach dem Erdbeben zur Ueberprüfung der Lage. Mit Hilfe eines Punktesystems wurde die Sicherheit der Gebäude gekennzeichnet. Grün = weiterhin nutzbar und sicher, Rot = nicht mehr nutzbar und unsicher. In der Shree Nava Vijayee MahendraSecondary School von Karmidanda hat nur ein Gebäude einen grünen Punkt erhalten: die Toilette.

Gebäude, die noch stehen, sind einsturzgefährdet und nicht mehr sicher.

Wo vorher ein sicheres Dach und stabile Unterrichtsmaterialen waren, wird jetzt improvisiert.

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CIMG5538Einfache Wellblechbauten bieten den Schülern ein provisorisches Klassenzimmer. Die dort herrschenden Bedingungen machen den Unterricht für Lehrer und Schüler zur Herausfoderung: bei Sonnenschein ist es zu heiss, bei Regen prasselt es zu laut auf das Blech und die mangelnde Barriere zwischen den Räumen lassen den Geräuschpegel der Klassen enorm ansteigen.

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Nicht nur die Wand zwischen den Klassenräumen ist zerstört.Die fehlende Geräuschbarriere erschwert das Unterrichten enrom.

Auch die in 2013 von Anika und Sebastian aufgebaute Bücherei hat es stark getroffen. Nicht nur das Gebäude sondern auch der Grund und Boden sind als Gefahrengebiet eingestuft worden. Ein anderes Gebäude, in das die Schüler und Frauen vom Dorf zu Lesen und Lernen kommen koennen existiert derzeit nicht.

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Direktor Jitraj beschäftigt das Schicksal seiner Schule und seiner Schüler sehr. Nun hofft er auf die Unterstützung von Walk Along.

 

 

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Trotz allem, was die Kinder hier erlebt haben, gehen sie voller Neugier, Spiel und Freude durch den Schulalltag.

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Johanna beim Bonbonverteilen, da schlägt das Kinderherz gleich höher.

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Primary School

Auch die Primary School des Dorfes hat das Erdbeben stark getroffen. Rund 45 Kinder, die die offizielle Nepali Sprache zunächst erlernen müssen, gehen in diese Schule. Gemeinsam mit dem Direktor, den Lehrern und dem School Management Committee beraten Gopal und Johanna welche Unterstützung geleistet werden kann.

Im Wert von 800 Euro wollen wir die Schüler nun mit notwendigen Unterrichtsmaterialien, die durch das Erdbeben unbrauchbar geworden sind, ausstatten. Dazu gehören Lernmaterialien, Wörterbücher, eine Tafel und Bänke.

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Vor Ort im Dorf

Der gröste Teil der Häuser des Dorfes wurde beim Erdbeben zerstört. Familien leben in provisorisch errichteten Wellblechhütten – Schlaflager, Essniesche und Wohnplatz in Einem. Auf die staatlich versprochene monetäre Hilfe von rund 2000 Dollar wird bisher vergeblich gewartet. Die Kosten für den Bau eines Erdbebensicheren Hauses werden jedoch auf einiges mehr geschaäzt. Viele Menschen, von ihrer eigenen Landwirtschaft lebend, können sich dies nicht leisten. So sind sie weiterhin auf Spenden angewiesen.

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Um zum Abschluß wieder zurück zur Schule zu kommen. Als Johanna in der ersten Woche ankam haben die Kinder an allen Tagen Examen schreiben müssen. Das bedeutet eine Woche lang jeden Tag einen Test. Die Umstände spielen keine Rolle.

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Johanna mit Asmita (3.v.l.), sie hat beim Erdbeben ihre Mama und Schwester verloren. Rojina (4.v.l.) hat ihre Mama verloren. Den namen der kleinen 1.v.l. hat Johanna leider nicht rausfinden können.